Posted by Alban on June 12, 2004 at 22:38:36:
In Reply to: Re: Wirklichkeit posted by edg on June 08, 2004 at 19:39:40:
Danke für die Einladung, eine Antwort zu geben.
"Ich mache die Welt von allem los, wofür ich sie hielt, und wähle meine eigene Wirklichkeit an ihrer Statt." Das ist das Angebot des Kurses In Wundern. Und ich kann nur diese Wahl treffen und als Folge davon meine Wirklichkeit erfahren, oder sie zeitlich hinauszögern. Aber es gibt dazu keine Alternative. Bin ich jetzt dazu bereit? Jetzt!
Peter D. schrieb: "Wirklichkeit allein ist nicht mehr hinterfragbar. Es handelt sich nämlich bei "Wirklichkeit" um den weitest denkbaren Begriff überhaupt, da das Unwirkliche entweder auch etwas Wirkliches ist, oder das Verständnis seines Sinnes direkt in den Selbstwiderspruch führt. Denn Unwirkliches ist entweder auch irgendetwas "Wirkliches", oder aber ein sinnloser Ausdruck. Bei der Negation von Sein (Nichts) und Wahrheit (Unwahheit) zeigt sich dieser Selbstwiderspruch noch nicht..
Ein Kurs In Wundern (EKIW) sagt in der Einleitung: "Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Frieden Gottes." Von daher würde er nicht sagen, Wirklichkeit allein ist nicht m e h r hinterfragbar. Es gab nie etwas, das die Wirklichkeit hinterfragt hätte oder hinterfragen hätte können. Dennoch befasst sich der Kurs mit dieser Situation, so als ob sie sich zugetragen hätte. Ein Paradox.
In der Einleitung zur Begriffserklärung im Kurs steht:
"Dies ist kein Kurs in philosophischer Spekulation, noch befasst er sich mit einer präzisen Terminologie. Er befasst sich nur mit der SÜHNE oder der Berichtigung der Wahrnehmung. Das Mittel der SÜHNE ist die Vergebung. Die Struktur eines individuellen Bewusstseins ist im wesentlichen unerheblich, weil es ein Konzept ist, das den Erbirrtum oder die Erbsünde darstellt. Den Irrtum selbst zu untersuchen führt nicht zur Berichtigung, wenn es dir fürwahr gelingen soll, den Irrtum zu übersehen. Und es ist genau dieser Prozess des Übersehens, auf welchen der Kurs abzielt.
Alle Begriffe sind potentiell kontrovers - und diejenigen, die nach Kontroverse suchen, werden sie finden. Doch diejenigen, die Klärung suchen, werden sie ebenfalls finden. Sie müssen allerdings gewillt sein, über Kontroversen hinwegzusehen, indem sie begreifen, dass sie eine Abwehr gegen die Wahrheit in Form eines Verzögerungsmanövers sind. Theologische Erwägungen als solche sind notgedrungen kontrovers, da sie vom Glauben abhängig sind und deswegen angenommen oder zurückgewiesen werden können. Eine universelle Theologie ist unmöglich, aber eine universelle Erfahrung ist nicht nur möglich, sondern nötig. Diese Erfahrung ist es, auf die dieser Kurs abzielt. Nur hier wird Beständigkeit möglich, weil nur hier die Ungewissheit endet.
Dieser Kurs bleibt innerhalb des Rahmens des Ego, wo er gebraucht wird. Er befasst sich nicht mit dem, was jenseits allen Irrtums liegt, weil er nur dazu geplant ist, die Richtung auf es hin festzulegen. Deswegen benutzt er Worte, die symbolisch sind und nicht ausdrücken können, was jenseits von Symbolen liegt. Es ist bloß das Ego, das in Frage stellt, weil es nur das Ego ist, das zweifelt. Der Kurs gibt lediglich eine andere Antwort, nachdem eine Frage einmal aufgeworfen worden ist. Allerdings versucht diese Antwort nicht, auf Einfallsreichtum oder Raffinesse zurückzugreifen. Das sind Attribute des Ego. Der Kurs ist einfach. Er hat nur eine Funktion und ein Ziel. Nur darin bleibt er gänzlich beständig, weil nur dies beständig sein kann.
Das Ego wird viele Antworten fordern, die dieser Kurs nicht gibt. Er begreift das, was nur die Form einer Frage hat und worauf eine Antwort unmöglich ist, nicht als Fragen. Das Ego mag etwa fragen: »Wie ist das Unmögliche geschehen?«, »Was ist es, dem das Unmögliche geschehen ist?« und mag das in vielen Formen fragen. Doch gibt es keine Antwort, nur eine Erfahrung. Suche nur diese, und lass dich nicht von der Theologie aufhalten."
Die Absicht von EKIW ist, mir zu helfen, meinen Geist von allem zu befreien, was ihn bindet und zu etwas macht, was er nicht ist. Ich bin nicht ein Körper. Ich bin frei. Denn ich bin nach wie vor, wie Gott mich schuf. Das ist die Sühne oder Versöhnung, die mir erlaubt, mich wieder zu erinnern, dass ich nicht von hier, einem Erdball, der in einem kleinen Sonnensystem in einer von Milliarden von Galaxieen seine Kreise zieht, bin und niemals hier war.
Dann fällt alles weg, was die Wirklichkeit je hinterfragt hat aber niemals berühren konnte. Der Kurs bietet mir einfache Übungen und Schritte an. Er sagt mir, dass es nur um Erfahrung geht und Analyse und Diskussion von dem Ziel des Kurses abführen. Ich brauche nichts zu analysieren. Keine Vergangenheit, keinen Hergang von einem Ereignis, das mich aufzuregen scheint, keine Krankheit, keine psychischen Muster oder Eigenheiten, ich muss nur bereit sein, alles, was ich je gelernt habe, in Frage zu stellen und loszulassen, damit es die Wahrheit in meinem Geist an dessen Stelle treten kann.
: G. "Meinen Sie damit "unmissverstaendlich" oder etwa "definitiv"?"
Ich meine damit, dass der Kurs mich in die totale Verantwortung stellt und mir keinen anderen Weg lässt, als zu sagen: Die Welt, die ich sehe, hat nichts mit Wirklichkeit zu tun. Sie ist mein eigenes Machwerk und existiert nicht." Wenn ich von Wirklichkeit spreche, meine ich unser aller Sein, das allumfassend und jenseits von Raum und Zeit liegt. Mit Gott, Wahrheit und Leben meine ich letztlich dasselbe.
: A: Was ist Wirklichkeit? Zu erst muss gesagt werden, dass es keine objektive Wirklichkeit gibt. Alle Wirklichkeit ist subjektiv und singulär
: G: Das ist keine eindeutige Antwort. "Subjektiv" und "objektiv" sind korrelative Begriffe. Vielleicht transzendiert die Wirklichkeit alle solche Begriffe: so wuerde sie besser als transobjektiv bezeichnet.
Transobjektiv finde ich einen guten Begriff, denn die Subjektivität, von der ich spreche, schließt immer alles mit ein. Darin gibt es keine kleinen Subjekte, die ihre eigene begrenzte, unabhängige Subjektivität haben. Es gibt nur ein Subjekt. Deswegen ist Subjektivität singulär.
Der Kurs ist wunderschön und ein brilliantes Werk, das ein widerspruchsfreies Gedankensystem offenbart und mein chaotisches Denken der Berichtigung zuführt. Das englische Original umfasst etwa 1200 Seiten, von denen ca ein Drittel in dem 5-hebigen Jambus verfasst sind. Mehr 400 Seiten durchgängig in diesem Rhytmus, unglaublich. Es finden sich zwei andere Stufen: eine, die keine solche Rhythmik enthält, und eine solche, die zwischen den beiden anderen steht.
Friede allen, die dafür Begeisterung finden.
Alban